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Planung und Bau eines Gartenteiches


 
 
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Tags: Gartenteich

Kleine Wasserflächen und Teiche sind ein Rückzugsort und Ort der Erholung. Das Plätschern des Wassers wirkt beruhigend auf den Körper und jeder kann Entspannung finden. Solche Ökosysteme locken auch schnell zahlreiche Lebewesen an und jeder hat die Möglichkeit, faszinierende Beobachtungen zu machen. Filigrane Wasserläufer überqueren locker den Teich und Libellen schwirren knapp über die Wasseroberfläche. Oft ziehen solche Teiche auch Frösche und Amphibien an. Das ist Natur pur, die jeder im Kleingarten erleben kann. Mit einem Gartenteich holen Sie sich ein Stück mehr Natur in den Garten. Die Kurzanleitung beschreibt, worauf Sie bei der Planung und beim Anlegen eines Gartenteiches achten müssen. Wer einen Gartenteich anlegen will, sollte sich im Klaren darüber sein, dass nicht nur das Anlegen des Gartenteiches mit viel Arbeit verbunden ist, sondern auch die Pflege.

Beckenteich, oder Folienteich?

Es gibt inzwischen fertige Beckenteiche im Baumarkt zu kaufen. Der Einbau eines solchen Teiches ist denkbar einfach. Die Teichgrube muss den Maßen der Kunststoffschale genau angepasst sein, seitlich werden Zwischenräume einfach mit Erde und Sand ausgefüllt und eingeschlämmt. Ab ca. 5 Quadratmeter lohnt sich ein Folienteich, denn ein Becken mit einer Oberfläche von 15 Quadratmetern und einer Wassertiefe von einem Meter kann schon mehrere tausend Euro kosten. Die am weitesten verbreitete Form der Gartenteiche ist der Folienteich. Während man früher nur Folien aus PVC bekam, gibt es die Folien inzwischen auch aus umweltfreundlicherem und weichmacherfreien Polyehtylen sowie anderen Kunststoffen. Für die Folie spricht der moderate Preis und die gute Formbarkeit. Folien gibt es in verschiedenen Farben und Stärken.

Der richtige Standort für den Gartenteich

Suchen Sie für ihren Gartenteich zunächst den richtigen Standort. Direkt unter Bäumen haben Sie im Herbst ständig das Laub im Teich liegen. Pralle Sonneneinstrahlung dagegen ist auch nicht das Optimale. Suchen Sie deshalb möglichst einen Standort im Halbschatten. Bei einer täglichen Sonneneinstrahlung von ca. 6 Stunden fühlen sich ihre Teichpflanzen am wohlsten. Je größer der Gartenteich wird, desto leichter hält der Teich sein biologisches Gleichgewicht. Dass die Fläche möglichst eben sein sollte, versteht sich eigentlich von selbst. Planen Sie Standort, Maße und Form des Teiches im Vorfeld möglichst genau.

Der Aushub des Gartenteichs

Markieren Sie die Umrisse des Teichs, z. B. mit einem Gartenschlauch, Holzpflöcken oder einer Schnur. So können Sie auch die Flachwasserzonen bereits kennzeichnen. Wenn Sie die Umrisse gekennzeichnet haben, stechen Sie die Grasnabe zunächst mit einem Spaten ab. Entfernen Sie die Erdschichten nach und nach. Von außen nach innen sollte ein 10 bis 20 cm tiefer Sumpfbereich, eine 40 bis 70 cm tiefe Flachwasserzone und in der Mitte eine mindestens 90 cm tiefe Tiefwasserzone entstehen. Die Tiefwasserzone sollte jedoch besser 120 bis 150 cm tief sein. Das Gefälle zwischen den Stufen sollte maximal 30 Grad haben. Achten Sie beim Ausheben darauf, dass Sie keine in der Erde liegenden Leitungen beschädigen. Überprüfen Sie immer wieder die EInhaltung der Maße. Vor allem die Teichränder müssen auf einer Ebene liegen. Überprüfen Sie das mit einer Dachlatte und einer Wasserwage. Zum Schutz der empfindlichen Teichfolie müssen alle spitzen Gegenstände, wie Steine und Wurzeln aus dem Teichbett entfernt werden.

Der Unterbau des Teichbetts

Zum Schutz der Teichfolie sollten Sie eine Sandschicht in das Teichbett einfügen. Zusätzlich gibt es sogenannte Teichfliesse aus extrem widerstandsfähigem Synthetikmaterial, die man unter der Folie auslegen kann.

Größe der Teichfolie ermitteln

Um die richtige Größe für die Teichfolie zu ermitteln messen Sie mit einem Bandmass die Grube einmal längs und einmal quer. Damit sie die Teichfolie am Rand befestigen können, ist eine zusätzliche Randzugabe von ca. 50 cm nötig. Sie können die Foliengröße auch ganz grob nach der folgenden Formel berechnen:
  • Folienlänge = Teichlänge + 2 x Teichtiefe + 50 cm Rand
  • Folienbreite = Teichbreite + 2 x Teichtiefe + 50 cm Rand.

Das Verlegen der Teichfolie

Sie sollten die Teichfolie an einem möglichst warmen Tag im Teich verlegen. Ab einer Außentemperatur von 15 Grad Celsius wird die Folie sehr flexibel und lässt sich leichter glatt ziehen. Breiten Sie die Teichfolie zunächst auf einer Fläche neben der Teichmulde aus und ziehen diese dann mit zwei Personen über die Teichmulde. Die Ränder der Teichfolie werden dann so abgeschnitten, dass ein gutes Stück der Folie überstehen bleibt. Befestigen Sie diesen Rand mit Steinen und Erde, die gut festgetreten werden muss. Die Folie darf später nicht verrutschen. In der Tiefwasserzone können Sie Substrat und Teichkies einfüllen.

Befüllen des Teichs mit Wasser

 
Sie können jetzt mit dem Befüllen des Teiches beginnen. Das erste Wasser sollte sehr langsam eingefüllt werden, da das Gewicht des Wassers die Folie strafft und Falten sanft glättet. Befüllen SIe den Teich zunächst nur zu etwa einem Drittel. Überprüfen Sie nochmals die Befestigung der Uferränder.

Gartenteich bepflanzen

Sie können jetzt mit der Bepflanzung der Tiefwasserzone beginnen. Setzten Sie nur einheimische und an den Standort angepasste Wasserpflanzen ein. In der Tiefwasserzone gedeihen vor allem die Seerosen. Die Seerose ist die klassische Schwimmpflanze, sie sollte in keinem Gartenteich fehlen. Da sich die Pflanzen schnell ausbreiten, sollten je Art nur wenige Exemplare verwendet werden, möglichst in Pflanztöpfen. Anschliessend können Sie ihren Teich komplett mit Wasser befüllen. SIe können das Befüllen des Teiches auch dem Regen überlassen. Das hat zwar den Nachteil, dass es sehr lange dauert, dafür ist das Wasser dann aber nicht kalkhaltig.

Uferzone des Gartenteiches bepflanzen

Im letzten Schritt setzen Sie die zuvor entfernte Grasnabe wieder auf den Uferbereich und schaffen dadurch einen sauberen Anschluss zum restlichen Garten. Den Uferbereich können Sie dann nach ihren Vorstellungen bepflanzen. In der Flachwasserzone bis 30 cm Wassertiefe gedeiht zum Beispiel die Wasserminze (Mentha aquatica). Ihre rosa Blütenpracht entfaltet die einheimische Pflanze dann im Juni. Die Sumpfdotterblume (Caltha palustris) eignet sich besonders für den Sumpf und Uferbereich. Sie ist auf feuchten Wiesen und in Erlenbrüchen zu finden. Ihre gelben Blüten leuchten bereits ab März. Für den Uferbereich eignet sich auch das Sumpfvergissmeinnicht (Myosotis palustris). Es darf nur wenige Zentimeter im Wasser stehen. Die zahlreichen himmelblauen Blüten prägen das Bild des Teichs im Mai. Für das Teichufer ist auch die Sumpfschwertlilie (Iris pseudacorus) bestens geeignet. Ihre edlen gelben Blüten zeigt sie ebenfalls im Mai. Die angewachsenen Wurzelstöcke der Sumpfschwertlilie lassen sich später gut zerteilen und so für weitere Teichstandorte vermehren. Rohrkolben gehören zum natürlichen Röhrichtgürtel unserer Fließ- und Stillgewässer. Am häufigsten und mit gut zwei Metern der höchste ist der Breitblättrige Rohrkolben (Typha latifolia). Er bevorzugt eine Wassertiefe von ca. 20 bis 30 Zentimetern.

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